Kategorie-Archiv: Ausstellungen & Vorträge

Vortrag zur Lorscher Torhalle

Die Fachschaft Mittellatein & Mittelalterstudien der Universität Heidelberg veranstaltet am Freitag, 29. Januar, um 18:30 Uhr einen öffentlichen Vortrag.  Dr. Katarina Papajanni (Bad Homburg/Lorsch) wird über aktuelle Befunde aus der „Bauforschung an der sogenannten Torhalle“ sprechen.

Veranstaltungsort: Universität Heidelberg, Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit (am Historischen Seminar), Grabengasse 3-5, Paläographieraum (027)

Vortragseinladung (PDF)

Eröffnung des Freilichtmuseums Lauresham im Jubiläumsjahr – 1250 Jahre Kloster Lorsch

UNESCO Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch
Vor 1250 Jahren wurde das Benediktinerkloster Lorsch gegründet. 2014 ist also ein großes Jubiläumsjahr für die Stadt Lorsch, die ihr UNESCO-Weltkulturerbe feiert. Verschiedene Festakte und Veranstaltungen fanden seit Jahresbeginn statt, um die reiche Geschichte des ehemaligen karolingischen Klosters hervorzuheben.
Die neue Website des Klosters Lorsch und die Website der Stadt Lorsch informieren über das umfangreiche Programm. In einigen Tagen, am 14. September 2014, wird das Freilichtlabor Lauresham eröffnet, welches einen Blick in das alltägliche Leben im Frühmittelalter ermöglicht.

Das Eröffnungsprogramm sowie Informationen zu Führungen finden Sie hier.

Vortrag: „Auf der Suche nach den verlorenen Franken“

Auf Einladung des SFB 933-Teilprojekts „Wissenstransfer von der Antike ins Mittelalter. Bedingungen und Wirkungen dauerhafter Verschriftlichung am Beispiel des Klosters Lorsch“ hält Prof. Helmut Reimitz (Princeton) am Dienstag, 17. Juni 2014, um 18 Uhr einen öffentlichen Vortrag: „Auf der Suche nach den verlorenen Franken: Zur Geschichte fränkischer Identität in den Karolingerreichen des 9. Jahrhunderts“ (Universität Heidelberg, Hörsaal des Historischen Seminars, Grabengasse 3-5). Ein vorangehender Workshop zur „Überlieferung und Neugestaltung von Kirchengeschichte im Kloster Lorsch“ widmet sich historiographischen Handschriften aus der ehemaligen Reichsabtei.

>> Mehr Informationen im Veranstaltungskalender des SFB 933 „Materiale Textkulturen“

„Das Rätsel vom Kloster Lorsch“ im Radio

Am 6. April sendete der SWR2 einen Hörfunkbeitrag mit dem Titel „Das Rätsel vom Kloster Lorsch oder Warum das Frühmittelalter eigentlich gar nicht so düster war, wie man immer gedacht hat“.

Am Beispiel des karolingischen Reichsklosters bietet die Sendung in einer knappen Stunde eine exemplarische Einführung in die Welt des frühen Mittelalters. Neben der Machtpolitik Karls des Großen – anhand der spannend inszenierten Frage, ob der Baiernherzog Tassilo im späten 8. Jahrhundert in der Abtei Lorsch inhaftiert und hier begraben worden war – steht insbesondere die Funktion der Klöster als Verwaltungs- und Wirtschaftsmittelpunkte im fränkischen Reich und deren Bedeutung für das Aufblühen von Kultur und Wissenschaft im karolingischen Zeitalter im Zentrum der von namhaften Wissenschaftlern begleiteten Sendung.

Hingewiesen wird unter anderem auf das im Juli dieses Jahres seine Pforten öffnende Freiluftlabor „Herrenhof Lauresham“, in dem auf Grundlage aktueller archäologischer Erkenntnisse Wirklichkeit und Alltagsleben auch der „einfachen“ Leute den Museumsbesuchern der UNESCO-Welterbestätte Lorsch nahegebracht werden soll. Thematisiert wird außerdem der ideelle Nutzen und die praktische Umsetzung der Musik in der monastischen Liturgie, die Bedeutung des „Lorscher Arzneibuches“ für die Etablierung der Medizin als anerkannten und nützlichen Wissenschaft sowie der aufgrund jüngster baugeschichtlicher Untersuchungen weiterhin als gesichert geltende karolingerzeitliche Ursprung der berühmten „Lorscher Königs- oder Torhalle“. Deren Funktion ist zwar weiterhin ungeklärt, aber dies ist nicht das einzige Rätsel, das das Kloster Lorsch auch kommenden Generationen zur Lösung bereithält. Das weithin als finster angesehene Mittelalter soll natürlich auch mit der „Virtuellen Klosterbibliothek Lorsch“ beleuchtet werden, deren Wert für die Forschung ebenfalls zur Sprache kommt.

Der unter der Regie von Gabi Schlag produzierte Beitrag lässt sich als Podcast im Internet herunterladen.

Tagungsband „Digitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken“ erschienen

Zum Symposium „Digitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken“ (Trier, 18./19. Januar 2013) erschien vergangenen Monat der Tagungsband. Er enthält u.a. einen Beitrag zur „Bibliotheca Laureshamensis – digital“ von Alexandra Büttner und Michael Kautz, weitere Artikel können Sie dem Inhaltsverzeichnis entnehmen.

Ausstellung: Hatto I. Erzbischof von Mainz (891-913). Von der Reichenau in den Mäuseturm

Im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz wird vom 17. Mai bis zum 11. August 2013 die Sonderausstellung Glanz der späten Karolinger. Hatto I. Erzbischof von Mainz (891-913). Von der Reichenau in den Mäuseturm gezeigt. „Kaum eine andere Persönlichkeit des frühen Mittelalters wird so schillernd beschrieben wie er: Hatto I. …“ >>> mehr <<<

Hatto war von 901 bis zu seinem Tod 913 auch Abt des Klosters Lorsch. In einem Lorscher Sakramentarfragment ist bald nach seinem Tod Hattos Name neben dem eucharistischen Hochgebet notiert worden, um seiner während der Gottesdienstfeier zu gedenken. Die digitale Reproduktion dieses Fragments, heute im Besitz der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (Ms. 2000), wurde bereits in die Virtuelle Klosterbibliothek Lorsch integriert. In Mainz ist nun vorübergehend neben zahlreichen weiteren Ausstellungsstücken aus spätkarolingischer Zeit das Original zu sehen.

Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Mainz
Domstraße 3
55116 Mainz
Öffnungszeiten
 

Tagung „Digitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken“ (Trier, 18.-19.1.2013)

Am 18. und 19. Januar 2013 findet in Trier die Tagung „Digitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken“ statt. Sie wird von der Universität Trier und der Stadtbibliothek Trier mit finanzieller Unterstützung des Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums (HKFZ) veranstaltet. Ziel der Tagung ist es, Projekte zu präsentieren, die mittelalterliche Bibliotheksbestände virtuell wieder zusammenführen, und deren Umsetzung und Nutzungsmöglichkeiten zu diskutieren. Im Rahmen der Tagung wird auch die Virtuelle Klosterbibliothek Lorsch von Alexandra Büttner und Michael Kautz vorgestellt werden. Ein Teil der Beiträge befasst sich mit weiteren Einsatzgebieten der elektronischen Datenverarbeitung für quellenbasierte Forschungen, z.B. für digitale Editionen.

Die Veranstaltungsorte sind die Benediktinerabtei St. Matthias in Trier (18. Januar) sowie die Stadtbibliothek Trier (19. Januar).

Weitere Informationen und Tagungsprogramm

Ein Bibelfragment aus dem Lorscher Skriptorium kehrt an seinen Entstehungsort zurück

Eines der ältesten Zeugnisse des Lorscher Skriptoriums kehrt an seinen Ursprungsort zurück. Am 10. Juli konnten im Auftrag der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Länder bei einer Sothebyʼs Auktion in London die Reste eines Pergamentdoppelblattes aus einer ehemaligen Lorscher Bibelhandschrift für die UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch erworben werden.

Das Fragment enthält Kapitel 2,13-4,19 des alttestamentlichen Buches Tobias, auf dem schmalen Reststreifen mit dem inneren Rand der anderen Doppelblatthälfte sind noch die roten Kapitelzählungen eines Inhaltsverzeichnisses, wohl zum Buch Judith, erhalten. Mit einer ursprünglichen Blattgröße von 41 x 28,5 cm und einem Schriftraum von 38 x 23 cm, der um das Jahr 800 im Älteren Lorscher Stil in zwei Spalten zu 45 Zeilen beschrieben wurde, handelte es sich um einen ungewöhnlich großformatigen Codex. Vermutlich ist das Fragment der einzig erhaltene Rest einer ursprünglichen mehrbändigen Ausgabe der Bibel, genauer um einen ca. 230seitigen Teilband, der in zwei Lorscher Bibliothekskatalogen des 9. Jh. verzeichnet ist:

Prouerbia Salomonis, ecclesiastes, cantica canticorum, Iob, Tobias, Iudith, Hester, Esdras, Machabeorum, liber omnium prophetarum in uno codice (BAV, Pal. lat. 1877, fol. 3r; vgl. BAV, Pal. lat. 57, fol. 1r).

Nach der Makulierung des Codex tauchte das Fragment erstmals 1976 auf einer Versteigerung in Hamburg auf. Es wurde nach Berkeley/California verkauft und 1991 auf einer Londoner Auktion für die Schøyen Collection (London/Oslo) erstanden, aus der es nun in öffentlichen Besitz gelangt ist.

Nachdem das Fragment am 14. November der Öffentlichkeit präsentiert worden ist, wird es derzeit bis zum 2. Dezember, im Rahmen der Ausstellung „Rückkehr auf Zeit“ zusammen mit zwei weiteren Lorscher Handschriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, im Museumszentrum Lorsch (Nibelungenstraße 35, geöffnet Di-So 10-17 Uhr) gezeigt. Weitere Informationen sowie eine Transkription des lateinischen Textes und eine deutsche Übersetzung finden Sie auf den Internetseiten der VSG Hessen. Eine digitale Reproduktion des Originals ist bereits in die Virtuelle Klosterbibliothek Lorsch integriert worden:

Bad Homburg, Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch)
Inv.-Nr. 6.1.580
Biblia, Liber Tobiae (Fragment)
Lorsch, um 800

Die Rückkehr des Tobias

Anlässlich der Rückkehr des Tobias lädt die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen zusammen mit dem Kuratorium Welterbe Kloster Lorsch sowie der evangelischen und der katholischen Kirche aus Lorsch alle Interessierten und Neugierigen am 14. November 2012 um 19 Uhr in die Evangelische Kirche in Lorsch, Nibelungenstraße 25, ein.

Wissenschaftliche Tagung „Karolingische Klöster. Wissenstransfer und kulturelle Innovation“ (Lorsch, 31.10.-2.11.2012)

Vom 31. Oktober bis zum 2. November findet im Museumszentrum Lorsch die internationale Fachtagung „Karolingische Klöster. Wissenstransfer und kulturelle Innovation“ statt. Sie wird in Zusammenarbeit mit der UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen vom Teilprojekt A04 („Wissenstransfer von der Antike ins Mittelalter. Bedingungen und Wirkungen dauerhafter Verschriftlichung am Beispiel des Klosters Lorsch“) des SFB 933 („Materiale Textkulturen“) der Universität Heidelberg veranstaltet und bietet Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen Gelegenheit zusammenzukommen, um über Fragen zur Textüberlieferung, zum Bibliothekswesen wie zur Buchproduktion in karolingischer Zeit zu referieren und zu diskutieren. Im Rahmen der Tagung wird Michael Kautz (Universitätsbibliothek Heidelberg) am Donnerstag, 1. November, 10.30 Uhr, die Fortschritte bei der virtuellen Rekonstruktion der Lorscher Klosterbibliothek vorstellen.

Weitere Informationen und Tagungsprogramm