„Das Rätsel vom Kloster Lorsch“ im Radio

Am 6. April sendete der SWR2 einen Hörfunkbeitrag mit dem Titel „Das Rätsel vom Kloster Lorsch oder Warum das Frühmittelalter eigentlich gar nicht so düster war, wie man immer gedacht hat“.

Am Beispiel des karolingischen Reichsklosters bietet die Sendung in einer knappen Stunde eine exemplarische Einführung in die Welt des frühen Mittelalters. Neben der Machtpolitik Karls des Großen – anhand der spannend inszenierten Frage, ob der Baiernherzog Tassilo im späten 8. Jahrhundert in der Abtei Lorsch inhaftiert und hier begraben worden war – steht insbesondere die Funktion der Klöster als Verwaltungs- und Wirtschaftsmittelpunkte im fränkischen Reich und deren Bedeutung für das Aufblühen von Kultur und Wissenschaft im karolingischen Zeitalter im Zentrum der von namhaften Wissenschaftlern begleiteten Sendung.

Hingewiesen wird unter anderem auf das im Juli dieses Jahres seine Pforten öffnende Freiluftlabor „Herrenhof Lauresham“, in dem auf Grundlage aktueller archäologischer Erkenntnisse Wirklichkeit und Alltagsleben auch der „einfachen“ Leute den Museumsbesuchern der UNESCO-Welterbestätte Lorsch nahegebracht werden soll. Thematisiert wird außerdem der ideelle Nutzen und die praktische Umsetzung der Musik in der monastischen Liturgie, die Bedeutung des „Lorscher Arzneibuches“ für die Etablierung der Medizin als anerkannten und nützlichen Wissenschaft sowie der aufgrund jüngster baugeschichtlicher Untersuchungen weiterhin als gesichert geltende karolingerzeitliche Ursprung der berühmten „Lorscher Königs- oder Torhalle“. Deren Funktion ist zwar weiterhin ungeklärt, aber dies ist nicht das einzige Rätsel, das das Kloster Lorsch auch kommenden Generationen zur Lösung bereithält. Das weithin als finster angesehene Mittelalter soll natürlich auch mit der „Virtuellen Klosterbibliothek Lorsch“ beleuchtet werden, deren Wert für die Forschung ebenfalls zur Sprache kommt.

Der unter der Regie von Gabi Schlag produzierte Beitrag lässt sich als Podcast im Internet herunterladen.

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