Lorscher Handschriften in der British Library

bl_harley2970Sieben Handschriften, welche im 9. Jahrhundert im Skriptorium des ehemaligen Klosters Lorsch angefertigt wurden, werden heute in London in der British Library aufbewahrt. Diese Codices sind jetzt – zusammen mit weiteren drei Handschriften, die einen Bezug zu Lorsch aufweisen – in die Virtuelle Klosterbibliothek Lorsch integriert worden. Unter den 70 Institutionen weltweit, welche heute im Besitz von Lorscher Handschriften sind, hält die British Library eine der größten Sammlungen, zusammen mit der Bayerischen Staatsbibliothek München, der Österreichischen Nationalbibliothek, der Bodleian Library in Oxford und der Biblioteca Apostolica Vaticana in Rom.

Im Spätmittelalter gelangten mindestens vier Handschriften aus Lorsch in das Kloster Arnstein. Diese werden heute in der British Library aufbewahrt. Bei den Lorscher Handschriften, welche heute in London in der englischen Nationalbibliothek aufbewahrt werden, handelt es sich um theologische Texte, genauer exegetische und dogmatische Traktate spätantiker Kirchenväter als auch des Angelsachsen Beda und Theodulfs von Orléans. Zwei weitere Handschriften wurden der Liste der „Weiteren Handschriften“ hinzugefügt: das Fragment Arundel 501, fol. 13, welches Nigel F. Palmer Lorsch zuschrieb, und drei Seiten aus dem Codex Cotton Vespasian D. v, foll. 155r-156r mit einem Gedicht von Heinrich von Avranches über die Starkenburg an der Bergstraße, welche im 13. Jahrhundert im Besitz des Klosters Lorsch war.

Zu allen Handschriften aus der Virtuellen Bibliothek sind bereits wissenschaftliche Beschreibungen erstellt worden und die Lorscher Handschriftendatenbank eingespeist.

Informationen zu den Handschriftenbeständen der British Library finden Sie im „Medieval manuscript blog„, eigens zu den Lorscher Handschriften im Blogbeitrag Lorsch Manuscripts in the British Library„.


bl_harley5915_fol10London, British Library

Additional 17980
Beda
In Lucae evangelium expositio
Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Additional 37328
Augustinus
De opere monachorum; De agone christiano
Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Arundel 37
Beda
In Ezram et Neemiam prophetas allegorica expositio
Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Arundel 386
Prosper Aquitanus; Leo Magnus
Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Harley 2970
Evangelistarium
wohl Lorsch, 1. Hälfte oder Mitte 11. Jh.

Harley 3024
Theodulphus Aurelianensis
Libellus de processione spiritus sancti
Orléans, Anfang 9. Jh.

Harley 3032
Hesychius Hierosolymitanus (interprete anonymo)
Commentarius in Leviticum e Graeco in Latinum versus et retractatus
Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Harley 3039
Augustinus
De Genesi contra Manichaeos; Contra epistulam Manichaei quam vocant fundamenti; Contra academicos; De ordine
Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Harley 3115
Hilarius Pictaviensis
De trinitate; De synodis; Contra Auxentium
Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Harley 5915, fol. 10
Iustinus
Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi (Fragment)
wohl Northumbrien, Mitte 8. Jh.

 

Zwei Handschriften auf der Webseite „Weiteren Handschriften“ ergänzen die Virtuelle Bibliothek:

Arundel 501, (e) fol. 13
Hrabanus Maurus
Commentarium in Deuteronomium (Fragment)
wohl Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Cotton Vespasian D V, foll. 155r-156r
Henricus Abrincensis
Carmen de Castro forte in Strata montana sito
?, Ende (?) 13. Jh.

One Trackback

  1. […] Alexandra Büttner, Lorscher Handschriften in der British Library, in: Weblog Bibliotheca Laureshamensis ‒ digital, 24. 4. 2014, https://bibliothecalaureshamensisdigital.wordpress.com/2014/04/24/lorscher-handschriften-in-der-briti…. […]

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