Handschriften der Bibliothèque nationale de France online

bnf_lat7906Ein etwas größerer Bestand von sechs ehemaligen Lorscher Handschriften liegt heute in der Bibliothèque nationale de France in Paris. Alle stammen aus der Karolingerzeit und sind zum Teil zusammengebunden mit später und an anderen Orten geschriebenen Handschriften. Ein Manuskript (Latin 7906, foll. 59r-88v, Faszikel III) bietet einen alten Überlieferungszeugen für Vergils Aeneis. Ein anderes (Latin 16668) wurde im Unterricht der Lorscher Klosterschule verwendet, erkennbar an der Textzusammenstellung und u.a. auch an – wohl im 10. Jahrhundert eingetragenen – Glossen bzw. Erklärungen in althochdeutscher Sprache. Bei dem Codex (Latin 1546) handelt es sich um die einzige handschriftlich überlieferte Quelle zum  Religionsgespräch, das im Jahr 411 zwischen Katholiken und Donatisten in Karthago abgehalten wurde und die Frage klären sollte, wie mit Gläubigen umzugehen sei, die sich im Zuge von Christenverfolgungen kurzzeitig von der Kirche abgewandt hatten.

Fünf der sechs Handschriften können bereits in der Virtuellen Klosterbibliothek Lorsch eingesehen werden. Die letzte Pariser Handschrift (Latin 3851, Faszikel I) mit weiteren Quellen zur spätantiken Kirchengeschichte wird Anfang nächsten Jahres folgen.

Paris, Bibliothèque nationale de France

Latin 1546
Gesta collationis Carthaginiensis a. 411
Lorsch, 1. Hälfte 9. Jh.

Latin 5018
Regino Prumiensis, Chronica: ?, 11. Jh.
Beda, De temporum ratione liber, cap. LXVI: Rheinland (Lorsch?), um 800

Latin 7906
Terentius: ?, wohl 13. Jh.
Iuvenalis: ?, wohl 10. Jh.
Vergilius; Dares Phrygius; Liber historiae Francorum: Rheinland (Lorsch ?), um 800
Anonymus, Carmen de disputatione mundi et religionis: ?, wohl 14. Jh.

Latin 12292
Liber quaestionum in evangeliis: wohl Irland, um 800 (Fragment)
Florus Lugdunensis etc.: ?, 2. Hälfte 9. Jh.
Iohannes Cassianus, De institutis coenobiorum: Lorsch, 2. Hälfte 9. Jh.

Latin 16668
Beda; Aldhelmus; Ps.-Themistius; Decretum Gelasianum
Lorsch, um 800

 

Alle digitalen Handschriften sind auch im Portal gallica der Bibliothèque nationale de France einzusehen.

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