„Lorscher Rotulus“: Eine liturgische Buchrolle aus der Zeit Ludwigs des Deutschen ist online!

Der „Lorscher Rotulus“ (Frankfurt a.M., StUB, Ms. Barth. 179) entstand in Lorsch unter der Herrschaft Ludwigs des Deutschen (gestorben 876), des Enkels Karls des Großen. Eventuell war er zur Verwendung am Hof des ostfränkischen Herrschers bestimmt gewesen. Es handelt sich um die einzige erhaltene liturgische Buchrolle aus karolingischer Zeit aus der Region nördlich der Alpen. Mit seinen ca. 530 Heiligenanrufungen und den folgenden Fürbitten, verteilt über 244 Zeilen, gehört er außerdem zu den längsten frühmittelalterlichen Litaneien.
Der Name des Lorscher Klosterpatrons Nazarius ist mit Goldtinte und in Majuskelbuchstaben hervorgehoben (Recto-Seite, Zeile 28, linke Spalte). Unter den Fürbitten findet sich u.a. eine für Ludwig den Deutschen, dessen Gemahlin Hemma und deren Nachkommen: ut Hludouuicum regem perpetua prosperitate conseruare dignerisut Hemmam reginam conseruare dignerisut nobilissimam eorum prolem in salutem populi christiani conseruare digneris, te rogamus (Recto-Seite, Zeile 232-235). Der Name Ludwigs, der auch in Lorsch bestattet wurde, ist mit einem goldenen Kreuz hervorgehoben.

    

Die Nachträge auf der Rückseite (10./11. Jh.), darunter ein Schatzverzeichnis des Frankfurter Salvatorstifts, wo sich der Rotulus seit dem 10. Jh. befand, stammen nicht aus Lorsch.

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